Urteil im Lippstädter Drogen-Trio Prozess

Eine bisschen Deko, einen alten Stuhl und 100 Gramm Kokain - in Lippstadt haben drei Männer einen Trödelladen in einen Drogenumschlagplatz verwandelt. Jetzt ist das Urteil vor dem Paderborner Landgericht gefallen.

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Update: Urteil im Lippstädter Drogenprozess gefallen

Die Angeklagten im Lippstädter Drogenprozess haben nun ihr Urteil vor dem Paderborner Landgericht erhalten. Der Trödelladenbetreiber soll eine Haftstrafe in Höhe von zwei Jahren und zehn Monaten bekommen haben. Für den Mitangeklagten aus Langenberger gab es vier Jahre. Der Angeklagte aus Erwitte muss nun für dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Durch ihre Geständnisse hätten die Verurteilten das Verfahren „erheblich abgekürzt“, heißt es vom Landgericht.


Der Tatvorwurf

Es ging ums Dealen, Strecken und Herstellen von Drogen – und das unter dem Deckmantel eines Trödelladens. Während einer der Angeklagten die Drogen geliefert haben soll, soll dem anderen Angeklagten die Aufgabe zugekommen sein, die Ware zu strecken, verkaufsfertig abzupacken, in einem Hinterzimmer an Kunden auszugeben und das kassierte Bargeld abzüglich seiner Gewinnbeteiligung an den anderen Angeklagten auszuhändigen. Im Schreibtisch eines Hinterzimmers des Ladenlokals (der auch als Verpackungs- und Übergabestation gedient haben soll) soll er im unmittelbaren Zugriffsbereich eine Machete verwahrt haben. Ein Einhandmesser im Regal daneben diente demnach dazu, sich gegen ungebetene Kunden zu verteidigen.


Lippstädter Trödelladen mit 1,2 Kilo Amphetamin

Am 30. Mai 2022 wurden neben diversen Streckmitteln unter anderem gut 1,2 Kilo Amphetamin in dem vermeintlichen Trödelladen aufgefunden worden sein. Einer der Angeklagten soll zudem 100 Gramm Kokain aus den Niederlanden nach Lippstadt geholt haben und sie in dem Trödelladen gelagert haben. Der dritte Angeklagte soll ab spätestens November 2022 durch einen der beiden anderen in die Drogengeschäfte involviert worden sein. Die Betäubungsmittelgrundstoffe sollten hierzulande zu Ecstasy aufbereitet werden. Um den für die nächste Lieferung benötigten Geldbetrag zu beschaffen und die Betäubungsmittelgrundstoffe in Deutschland aufbereiten zu können, schlossen sich die beiden Angeklagten laut Anklage mit weiteren, gesondert verfolgten Personen zusammen. Dabei sollte den beiden Angeklagten die Aufgabe zukommen, den Grundstoff auch zukünftig über besagte Gruppierung zu beschaffen, diesen zu lagern sowie gegebenenfalls Absatzwege für die fertig hergestellten Drogen bereitzustellen, während die „gesondert Verfolgten“ die Herstellung der verkaufsfertigen Betäubungsmittel und grundsätzlich deren Vertrieb gegen angemessene Gewinnbeteiligung sicherstellen sollten.


Drogenküche in Lippstädter Trödelladen

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sollen sie darüber übereingekommen sein, dass eine Drogenküche in einer Größenordnung aufgebaut werden sollte, in der wöchentlich mehrere Liter des fortlaufend gelieferten Grundstoffs zu Amphetamin beziehungsweise Metamphetamin weiterverarbeitet werden sollten, um dieses gewinnbringend zu verkaufen, wobei alle Beteiligten mit hohen Gewinnen gerechnet haben sollen. Tatsächlich soll es jedoch zur Herstellung der Betäubungsmittel nicht mehr gekommen sein, da einer der gesondert Verfolgten den Aufbau einer Drogenküche nicht so habe umsetzen können.


Der Prozess

Ab Dienstag muss sich das Trio (Baujahre 1971, 80, 97) vor dem Landgericht in Paderborn verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, einen angeblichen Trödelladen in Lippstadt als Drehkreuz für ihre Machenschaften genutzt zu haben. Verhandelt wird der Fall ab Dienstag um 9 Uhr vor der achten große Strafkammer des Landgerichts in Paderborn. Für die Verhandlung sind zig Fortsetzungtermine bis in den Februar 2024 angesetzt.


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