Cold Case Lippstadt: Polizei rollt Mordfall neu auf
Veröffentlicht: Dienstag, 01.04.2025 03:28
Vor über 50 Jahren wurde ein Tankstellenbesitzer in Lippstadt ermordet. Jetzt gibt es dank neuer DNA-Spuren neue Hoffnung, den Fall aufzuklären. Die Polizei hofft auf Hinweise.

Mord an Tankstellenbesitzer bleibt nach über 50 Jahren ungeklärt
Die Polizei und Staatsanwaltschaft haben einen alten Kriminalfall aus Lippstadt wieder aufgenommen. Es geht um den Mord an Friedrich Wilhelm Kiel, einem Tankstellenbesitzer, der am 3. November 1971 bei einem Raubüberfall niedergeschossen wurde. Jetzt konnten dank moderner Technik neue DNA-Spuren an alten Beweismitteln gesichert werden.
Der Tathergang: Raubüberfall mit fatalem Ausgang
An jenem Abend im November 1971 schloss der damals 34-jährige Kiel gemeinsam mit seiner Ehefrau gegen 21:40 Uhr seine Tankstelle an der Erwitter Straße. Mit den Tageseinnahmen von rund 14.000 D-Mark machte sich das Paar auf den Weg zum Auto. Plötzlich tauchte ein Unbekannter auf, bedrohte sie mit den Worten: "Hände hoch oder ich schieße" und griff Kiels Ehefrau an. Als der Tankstellenbesitzer ihr zu Hilfe kommen wollte, drückte der Täter ab und schoss ihn nieder. Anschließend entriss er der Frau die Tasche mit dem Geld und flüchtete zu Fuß. Die Ermittler vermuten, dass der Räuber nicht allein handelte. Ein mutmaßlicher Mittäter könnte in einem Auto gewartet haben, um die Flucht zu erleichtern. Einen Tag nach dem Angriff erlag Friedrich Wilhelm Kiel seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Der Fall sorgte damals für bundesweite Schlagzeilen.
Neue Spuren, aber noch keine heißen Hinweise
Nach mehr als 50 Jahren bringt moderne Forensik eine neue Entwicklung: An sichergestellten Beweisstücken konnte DNA gesichert werden. Allerdings gab es bislang keinen Treffer in den Datenbanken. Um die Ermittlungen weiter voranzutreiben, bittet die Polizei nun erneut um Hinweise. Der mutmaßliche Täter wäre heute über 70 oder sogar 80 Jahre alt. Ein Alter, in dem viele Menschen ihr Leben reflektieren und vielleicht bereit sind, reinen Tisch zu machen. Das gilt auch für mögliche Mitwisser oder Zeugen, die bislang geschwiegen haben. Wer Informationen zur Tat oder den Tätern hat, wird gebeten, sich bei der Polizei Dortmund zu melden. Jeder Hinweis könnte helfen, den Fall endlich zu lösen und den Hinterbliebenen späte Gewissheit zu bringen.